Wenn der Koenig ruft..

krone..kommen sie alle. Der Hofstaat wie auch das Fussvolk. Wenn der Koenig seinen 50. Geburtstag und sein 35-jähriges Thronjubiläum feiert, sowieso. Und so begab sich eine illustre Schar in den feierlich geschmückten Hof seiner ehemaligen Feier-Residenz um dem Monarchen zu huldigen.

Es ist nicht übertrieben zu schreiben, dass Dani Koenig das Zürcher Nachtleben die letzten Jahrzehnte geprägt hat. Seine Donnerstagnacht-Residenz im Kaufleuten Club ist legendär. Die Schlange vor dem Eingang, das Hoffen auf Einlass zum feierlichen Ritual sowie das Leiden am Arbeitsplatz am nächsten Tag auch. Zahlreiche Geschichten, sagenumwobene Gerüchte und Gedächtnislücken entspringen dieser Zeit.

Und obwohl der Koenig sein Zepter vor einiger Zeit an die jüngere Generation weitergegeben hat, kamen die Gratulanten in Scharen zur Audienz. Freunde, Weggefährten, Bekannte und Kreti und Pleti der Zürcher Schickeria machten sich auf zum Geburtstags-Tanz. Und so glich der Abend fast einem Familien- oder Klassentreffen. Und es war wie früher. Nur die Haare der Anwesenden waren etwas grauer als damals.
koenig
Der Hofstaat stand also in “wichtige” Gespräche vertieft herum während das Fussvolk den Abend tanzend zelebrierte. Eben wie früher. Dass sich der grösste Teil des Hofstaates bereits wieder verzogen hatte, als der Koenig das musikalische Zepter übernahm, stimmt dennoch ein wenig traurig. Ob sie an andere Feierlichkeiten weiterzogen oder altersbedingt die Matratzen aufsuchten?

Nichtsdestotrotz war es ein wundervoller Abend mit Menschen die man einige Zeit nicht mehr gesehen hat. Wenn der Koenig ruft, kommen sie eben doch alle. Und so freuen wir uns schon jetzt auf das 40. Thronjubiläum. Danke Dani Koenig für deinen Beitrag zur Zürcher Partyszene.

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Seid gut zu Vögeln..

gut-zu-vogelnVerfolgt man diese Tage die Facebook Wall zeigt sich eins: die Street Parade 2014 steht bevor. Auch die Zürcher Medienschaffenden erinnern sich ihrer Raver-Wurzeln und kreieren Seitengeschichten zur Parade. So zum Einstimmen. Von Tipps für Parade-Anfänger, über seichte Promi-DJ-Geschichten bis hin zu interessanten Musik-Facts. Und auch Geschichten mit Jöö-Effekt.

Die Street-Parade wird zur Geburtshelferin, titelte kürzlich der Tages-Anzeiger. Wahnsinn. Erwartungen an eine Geschichte über ein mögliches „Street Parade-Baby“ kommen hoch. Um Babys ging es in der Geschichte tatsächlich. Aber nicht so wie alle denken.

„Das kommende Wochenende wird nicht nur von Hunderten Tanzfreudigen sehnlichst erwartet. Auch in der Voliere Zürich am Mythenquai herrscht grosse Vorfreude. Denn dann sollen die jungen Kronentokos nach 28 Tagen Brutzeit endlich schlüpfen“, heisst es in dem Bericht. Kronen.., was? Kronentokos.
K-R-O-N-E-N-T-O-K-O-S.

Kronentokos sind demnach sehr seltene Vögel. Und sie kommen in der Schweiz nur an einem einzigen Ort vor: in der Vogelvoliere entlang der Parade-Route. Ornithologen zufolge könnten die dicken Bässe der Love Mobiles zur Folge haben, dass das Kronentoko-Weibchen „die Brut abbricht“. Was natürlich niemand will. Zuletzt die „Verursacher“ des Lärms.
kronentoko
Mittels Flyer werden die Fahrer der Love Mobiles auf die brütende Seltenheit aufmerksam gemacht. Auf einer Strecke von 50 Metern soll die Musik verstummen. Raver im Ausnahmezustand sind garantiert. Die Stille erobert die elektronische Musik. Doch die Vogelliebe geht weiter.

Mit der „Aktion Street Parade for Life“ wollen die Organisatioren Geld für bessere Schallschutzmassnahmen bei der Vogelvoliere sammeln. Im OK hofft man sogar auf ein Schlüpfen der Jung-Tokos während der Street Parade. Dann soll nämlich einer der Jung-Vögel auf den Namen „Stripi“ getauft werden. S-T-R-I-P-I. Oooch, wie herzallerliebst!

Wäre die Geschichte nicht so knuffig, man könnte dahinter beinahe einen PR-Kniff vermuten. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr dann ja auch mit einem Love Mobile für Rollstuhlfahrer. Wahrscheinlich sind die dem Verein Street Parade zu wenig selten.

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Der Blick zurück..

reflection neuLange Tage, heisse Nächte. Könnte eine Umschreibung für den Sommer sein. Könnte aber genauso für die Erinnerung an eine Nacht im Club herhalten. Es gibt immer zwei Seiten. Zwei oder mehr Möglichkeiten.

Erinnerungen deshalb, weil die letzte Tanznacht einige Zeit zurückliegt. Analog den sonnigen Tagen und heissen Nächten im Sommer 2014. Das Älterwerden verschiebt tatsächlich den Blickwinkel. Plötzlich ist das Hinabsteigen in dunkle Keller nicht mehr so wichtig. Die Angst etwas zu verpassen, verpuffte so schnell wie es damals „Klick“ machte. Die Liebe zur elektronischen Musik bleibt.

Kürzlich wurde mir klar wieso elektronische Musik in meinem Leben solch eine grosse Rolle spielt. House und Techno prägten meine Jugend. Es waren Mix-Tapes von DJ’s aus Zürich und dem Ausland, welche an der Schule die Runde machten und den musikalischen Horizont erweiterten. Und es war der Grundgedanke den sich die entstehende Szene damals auf die Fahne schrieb.

Christian Kemper umschreibt es in seinem Buch „mapping techno. Jugendliche Mentalitäten der 90er“ treffend: „Techno kann als ein kollektives Erlebnis in einem bestimmten Raum, an einem festgelegten Zeitpunkt, an dem der Tanz und die Musik zentral im Mittelpunkt stehen, verstanden werden“. Und obwohl auch heute viele Partyveranstalter, Clubbetreiber und Tänzer diesem Gedanken folgen, ist es nicht mehr dasselbe.

Ist ja logisch, liegen doch Jahre der Weiterentwicklung zwischen den Anfängen und den derzeitigen globalen Auswüchsen elektronischer Musik. Heute braucht es gigantische Bühnen, Konfettikanonen und millionenschwere Star-DJ’s um die breite Masse zufriedenzustellen. Die Musik ist nur noch nette Beigabe zum ökonomisch erfolgreichen Event.

Bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends – einige würden sagen, bereits Mitte der 90er Jahre – erlebten House und Techno eine ähnliche Entwicklung. Nun erlebt die Szene ihren zweiten Höhepunkt. Bis zur nächsten Techno-Rezession.

Es ist immer gut einen Blick zurückzuwerfen auf Vergangenes. Daraus zieht man die Entschlüsse für die Taten der Zukunft. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten. Das Hinabsteigen in Keller wird weniger, die Liebe zu Techno und House bleibt.

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Gefallener Schleier – erweiterter Horizont

reflectionEs gibt so Momente im Leben. Der Schleier fällt von den Augen. Plötzlich ist vieles klar. Was tun? Bleibt man seinen Gewohnheiten treu oder lässt man sich auf das Experiment ein? Ohne den Schritt zu wagen wirst du es nie wissen! Hinterher ist man immer schlauer. Bei Musik ist es genauso. Gerade erlebt.

Geschmäcker sind verschieden. Musikgeschmäcker sowieso. Ungern wird über die Grenze des Lieblingsgenre gelauscht. Festgefahren sind die Vorurteile gegenüber anderen Stilen. Umso schöner ist es wenn dann durch Zufall der Schleier niedergerissen wird. Ermöglicht durch den gewagten Schritt und Weiterentwicklung.

Musik der schwedischen Band Mando Diao fand den Weg bislang nur selten durch meine Gehörgänge. War bislang irgendwie zu gitarrenlastig. Mit dem letzthin veröffentlichten Album “Aelita” trafen sie genau mein Herz. Poppiger Synthie-Sound mit einer gehörigen Portion 80er abgeschmeckt. Dazu tief gehende Texte. Mando Diao haben eine neue Dimension erreicht. Ich den Horizont erweitert. Aber hört besser selber.

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In The Beginning There Was Frankie Knuckles..

franky…From His Groove Came The Groove Of ALL Grooves! In den 80er Jahren legte der DJ Frankie Knuckles im Chicagoer Club Warehouse ein Fundament. Das Fundament für House Music. Umso trauriger reagierte die Clubszene als sich kürzlich die Todesnachricht via Internet in Sekundenschnelle um den Erdball verbreitete.

Es wurden zahlreiche Nachrufe geschrieben, viel kondoliert, die sozialen Medien mit Musik von Knuckles geschwemmt und dutzende persönliche Anekdoten mitgeteilt. Daher wird hier darauf verzichtet. Doch wer war Frankie Knuckles wirklich? Simon Dunmore – Gründer des UK-Labels Defected Records – sprach einst mit dem Godfather of House über seine Ursprünge und seine Liebe zur Musik. Anhören!

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“The House That Chicago Built” – die Geschichte von House-Musik

jackWelcher Track ist der erste House-Track, der jemals gemacht wurde? Eine heiss diskutierte Frage wird neu aufgeworfen. Eine Frage die, selbst in der Ursprungsstadt Chicago, kontrovers diskutiert wird. Einer der Gründerväter hat sich auf die Suche nach der Antwort gemacht – Lil’ Louis.

“In Chicago ist diese Frage wichtiger, als die Frage, wer Kennedy erschossen hat”, sagt Marvin Louis Burns – so der bürgerliche Name von Lil’ Louis – zu seinem Dokumentarfilm “The House That Chicago Built”. Der Film schaut hinter die Kulissen und befasst sich intensiv mit den Ursprüngen, der Gegenwart und der Zukunft von House Musik. Die Frage bleibt: What Was The Very First House Record Ever Made?

“In the beginning, there was Jack, and Jack had a groove. And from this groove came the groove of all grooves. And while one day viciously throwing down on his box, Jack boldy declared, “Let there be house!” and house music was born.”, heisst es im Track “Can You Feel It” von Fingers Inc. So einfach ist die Antwort auf die Frage eben doch nicht. Grosse Stars der Szene, aber auch alte Helden kommen ins Grübeln.

Pflichtstoff für alle House-Aficionados und solche die es noch werden wollen. Und für alle diejenigen, die denken EDM habe etwas mit House Music zu tun. Guckt ihr alle hier.

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Die erste und die letzte Musik der Welt ist Tanzmusik!

yelloBerge, Käse, Schokolade, Uhren und Banken – dafür ist die Schweiz in der Welt bekannt. Ok, Roger Federer kennt auch jeder. Dahinter kommt nicht mehr viel. Vor allem aus der Musikecke gibt es nur wenige, die einer breiten weltweiten Öffentlichkeit bekannt sind. Ausnahmen gibt es immer. Yello sei Dank.

Nun wird das Lebenswerk der nimmermüden Elektronikpioniere und Klangtüftler aus der Alpennation verdient mit dem deutschen Musikpreis ECHO gewürdigt. “Mit Titeln wie „Oh Yeah“, „The Race“ oder „Vicious Games“ schrieben Yello Musikgeschichte und feierten weltweit Erfolge. Als Pioniere der Sampling-Technik und Schöpfer ungewöhnlicher Rhythmusstrukturen inspirierten sie Künstler unterschiedlichster Genres von Hip-Hop und Funk bis hin zu Elektro-Pop und Techno”, heisst es dazu in der offiziellen Mitteilung der Deutschen Phono-Akademie.

Yello brauchen nichts mehr zu beweisen. Sie gehören zu den weltweit bekanntesten Schweizer Musikern. Auch wenn die grosse Masse wohl nur einige Stücke aus Film, Fernsehen und Werbung kennt. Nichtsdestotrotz repräsentieren Boris Blank und Dieter Meier eine offene, international orientierte Schweiz, die – nach dem Volks-Ja zur Zuwanderungsinitiative entgegen der Meinung von einigen Medien und Politikern – weiter existiert.

Yello waren nationalen und internationalen Kollaborationen und Neuinterpretationen in ihrer 35-jährigen Bandgeschichte nie abgeneigt. Bezeichnend dafür ist sicher das Motto von Dieter Meier aus den 80er-Jahren: “Die erste und die letzte Musik der Welt ist Tanzmusik. Nur Krieg und Vernichtung können die Welt vom Tanzen abhalten.” So erstaunt es auch nicht, kommt die Auszeichnung für das Lebenswerk in einer Zeit in der Blank und Meier gerade mit Soloproduktionen ihre Klasse bestätigen. Wie grosse Männer von Welt eben.

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