Er ist bekannt wie ein bunter Hund. Im positiven Sinne. Guri Akyol hat das Zürcher Nachtleben in der letzten Dekade entscheidend mitgeprägt. Leidenschaft ist dabei das Stichwort seines Tuns.
Er hat die Eventschmiede „hipeak GmbH“ gegründet, führt diverse Clubevents durch und organisiert Nächte wie die „Swiss Nightlife Awards“ mit. Daneben entwickelt er Anlässe und Marketingstrategien für Firmen. Guri Akyol ist wohl allen bekannt, die im Zürcher Nightlife in irgendeiner Funktion tätig sind. Wenn nicht, haben sie sicher schon mal eine Party von ihm besucht. Im Interview mit Klang der Nacht gab Guri Akyol intime Einblicke in seine Lebensphilosophie.
Hallo Guri. Wieso stehst du am Morgen auf?
Guri: Weil ich nicht mehr schlafen kann. Ganz einfach. Wenn ich nicht mehr müde bin, wird es mir langweilig im Bett. Da kann ich gleich aufstehen und etwas Kreatives machen.
Heisst das, deine Gedanken kreisen bereits am Morgen wieder um neue Geschäftsideen?
Nicht unbedingt. Beim Nichtstun wird mir einfach schnell langweilig. Das war schon als Kind so. Und was ist das beste Mittel gegen Langeweile? Etwas tun. Ob das nun etwas Privates oder etwas für das Geschäft ist. Ich muss mich mit etwas beschäftigen. Ich habe aber das Privileg einen Job zu haben, auf den ich mich jeden Tag freue und den ich gerne ausübe.
Du stehst also jeden Tag um acht Uhr im Büro?
Naja, nicht immer um acht Uhr. Manchmal arbeite ich zu Hause und gehe erst später ins Büro. Mein Privileg ist mehr, dass ich mich jeden Tag mit etwas beschäftige, das ich selber liebe: das Feiern. Feiern gehört zu einer meiner grossen Leidenschaften. Es gibt nichts besseres, als wenn sich der Beruf und die Leidenschaft abdecken. Arbeiten müssen wir ja sowieso. Dann mach ich lieber etwas, wo mein Herz dahinter steckt.

Du sprichst deine Leidenschaft an. Ist sie das einzige, was dich antreibt?
Sicher zu einem grossen Teil. Wenn ich mich beruflich mit etwas beschäftige, das ich selber sehr gerne mache, möchte ich es so gut wie möglich machen. Ich versuche immer Events zu kreieren, an denen ich selber gerne feiern würde. Es ist aber auch die Herausforderung, die mich jeden Tag reizt. Wenn ich eine neue Idee habe, will ich sie umsetzen. Ich bin von Natur her sehr ehrgeizig. Ich mag das Gefühl, wenn ich ein Projekt erfolgreich zu Ende geführt habe. Das ist ähnlich, wie wenn man ein Sudoku-Rätsel gelöst hat.
Guri Akyol löst Sudoku-Rätsel?
Ja klar. Sie fordern mich heraus. Einzig diesen Zauberwürfel (Rubik’s Cube – Anmerk. des Autors) hab ich nie lösen können. Da wurde ich beinahe wahnsinnig. (lacht)
Du hast zu Beginn des Interviews gesagt, dass dir schnell langweilig wird, wenn du dich nicht mit etwas beschäftigst. Bist du nie müde?
Natürlich. Doch dann gehe ich schlafen. Das ist mein Naturell. Für mich gibt es zum Beispiel nichts Schlimmeres als zwei Wochen Badeferien. Nach zwei Tagen kann ich nicht mehr einfach am Strand rumliegen. Da erkunde ich lieber Städte.
Wie schaltest du ab?
Beim Motorrad fahren. Da bin ich immer einige Stunden nicht erreichbar. Das geniesse ich sehr und lade so meine Batterien wieder auf. Zudem habe ich einen Zufluchtsort, an den ich mich zurückziehen kann, wenn ich mal Zeit für mich selber brauche. Meist entstehen in diesen Momenten dann neue Ideen.

Ideen, die dich wieder neu herausfordern?
Ich glaube das ist bei allen so. So funktionieren die Menschen und die Gesellschaft. Wir jagen immer irgendetwas nach. Sei es Geld, Anerkennung oder Liebe. Sonst gäbe es keine Leidenschaft. Wenn etwas mal nicht klappt, beginnen wir von neuem. Ich meine das nicht spirituell, sondern ganz nüchtern. Ich bin genau so. (lacht)
Welche Herausforderung würde dich noch reizen?
Da gibt es so vieles. Ausser vielleicht der Zauberwürfel. (lacht) Was mich aber sehr herausfordern würde, wäre eine Zeit lang im Ausland zu leben. Aber auch ein eigener Club in New York würde mich reizen. Diese Stadt wäre die perfekte Spielwiese für mich. Vielleicht kombiniere ich diese zwei Herausforderungen ja eines Tages. Je nachdem wo mich meine Leidenschaft hintreibt.
Das ist doch mal ne Ansage. Dann treffen wir uns wieder zum Interview, wenn die Cluberöffnung kurz bevorsteht. In New York, natürlich. Vielen Dank für das ehrliche Gespräch.
Auf jeden Fall. Gern geschehen.