Das Internetzeitalter ist etwas Feines. An praktisch jedem Punkt der Erde sind wir in der heutigen Zeit mit dem Internet verbunden und können so rund um die Uhr mit unseren Liebsten kommunizieren. Smartphones und Social Media, sei Dank. Für die internationale Feierszene gebietet sich dies jedoch als zweischneidiges Schwert.
Dank Facebook und ähnlichen Socialmedia-Anbietern weiss man immer wo am Wochenende etwas los ist. Einladungen für zig Parties füllen ab Mitte Woche immer zahlreicher den elektronischen Briefkasten. Club A, B oder C? DJ X, Y oder Z? Diesen Fragen gilt es sich immer wieder zu stellen. Für Rosinenpicker unter den Feierleuten ist diese Flut von Einladungen perfekt.
Entscheidet man sich für einen Abend zu Hause, verpasst man trotzdem nichts. Einloggen und ab geht das virtuelle Mitfeiern. “Party A mit DJ X rockt gerade wahnsinnig”, liest man dann. “Noch viel besser geht es aber im Club C mit DJ Z ab”, berichtet jemand anderes und schmückt seine Behauptung gleich noch mit ein paar selbstgeknipsten Fotos von besoffenen Menschen. Derweil kommt die dritte Behauptung rein: “Event B mit DJ Y stellt alles Vorherige in den Schatten”, wird verkündet.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten für den Daheimgebliebenen. Entweder man ärgert sich grün und blau weil man angeblich die geilsten Parties verpasst, oder man denkt nüchtern über die Statusmeldungen nach. Wann nämlich wird in der heutigen Zeit am meisten via Smartphone eine Socialmedia-Seite aufgerufen? Genau. Dann wenn einem langweilig ist.
Fast niemand würde zugeben, dass die Party, die er besucht, sterbenslangweilig ist! Geschweige denn, dass man die Party wegen schlechter Organisation, schlechter Musik oder wenigen Besuchern frühzeitig verlassen hat. Der Ruf als wildes Partytier könnte ja abhanden kommen. Die Langeweile wird deshalb lieber mit dem Herumdrücken auf dem Smartphone überbrückt. Hauptsache man kann sich von der Realität ablenken.
Dabei trägt das “Herumtöggeln” doch nur noch mehr zur miesen Partystimmung bei. Wenn alle am Rand des Dancefloors in ihre Smartphones starren, kommt logischerweise keine Stimmung auf. Daher, liebe Feierleute, eine Bitte: postet auf all den Socialmedia-Seiten weniger über eine Party, sondern macht das, was man an einer Party machen sollte: Feiern!